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Besichtigung Nossen und Meißen (1)

Für heute ist Gewitter mit wechselnd starkem Regen vorhergesagt und ziemlich warm, d.h. es wird schwül und das Letztere ist auch das einzige, was stimmt und ist natürlich unsere eigene Interpretation der Vorhersage.

Daher lassen wir es morgens gemütlich angehen, überlegen nur, sollen wir Della im Auto mitnehmen oder besser in der Wohnung lassen, da keine Sonne zu erwarten ist und wir doch länger unterwegs sein werden, nehmen wir sie mit. Wir fahren nach Nossen, das hätten wir vor einigen Tagen auch einfacher haben können und stellen unser Auto am Schloss ab. Wir bezahlen den günstigen Eintritt und mehr wäre auch nicht fair gewesen, denn es gibt nur wenige Teile des Schlosskomplexes, die zu besichtigen sind, denn andere sind bewohnt oder vielleicht auch nicht genutzt.

Als wir aus dem Museum herauskommen, scheint ziemlich überraschend die Sonne und es wird gleich viel wärmer. Ich mache noch einige Bilder, schaue kurz in die Folterkammer und gehe zum Auto, um die Fenster alle öffnen zu können.

Nossen-Munzig (2)

Nach dem Industriegebiet müssen wir 50 m auf einer feuchten Wiese neben der Bundesstraße gehen, als wir auf den Feldweg nach Deutschenbora einbiegen, steht ein Hinweisschild, dies sei ein Betriebsgelände und das Begehen oder Befahren sei nicht gestattet. Da es keine Alternative für uns gibt, gehen wir weiter und es ist nichts zu sehen, warum hier ein solches Verbot für Fußgänger Sinn machen würde.

Dann stehen wir vor einer geschlossenen Schranke am Bahngleis und geben dem irgendwo entfernt sitzenden Schrankenwärter Signal zum Öffnen, doch der teilt uns über Lautsprecher mit, es sei ein Zug im Kommen und als dieser vorbei ist, öffnen sich die Schranken. Jetzt sind wir in Deutschenbora, die neu angestrichene, gelbe Barockkirche aus dem 17. Jahrhundert bietet mit dem blauen Himmel und den weißen Wolken ein schönes Bild. An einem kleinen Teich machen wir Rast, ehe es auf einer kaum befahrenen Straße weitergeht. Als diese einen weiten Bogen macht, sieht Ingrid einen Pfad mit kleiner Brücke als Abkürzung, der Weg ist steil und kaum mehr vorhanden, dafür ist der Boden feucht und matschig. Doch wir treffen wieder auf die Straße und sind dann bald am alten Schloss von Rothschönberg, das dringend einer umfassenden Sanierung bedürfte.

Wir sind jetzt am Beginn des 2006 eingerichteten Geopfads, der mit 12 Schautafeln durch das Triebischtal führt. Doch leider ist die Wanderbeschilderung anfangs mehr als dürftig, trotzdem bleiben wir auf dem richtigen Weg. Wir kommen dann an verschiedenen Tafeln und Hauptmundlöcher alter Bergwerksstollen vorbei. Dabei handelt es sich um Öffnungen, aus denen das Wasser aus tiefergelegten Stollen aus den Bergwerken abgeleitet wurde.

Als es steil bergauf geht, darf Della zum zweiten Mal heute wandern, und als es wieder bergab geht, ist sie in ihrem Element, ein schmaler Naturpfad ist genau das Richtige für sie, aber der oft sehr schräge Weg stellt an mich als Buggylenker doch hohe Anstrengungen. Bald erreichen wir die ersten Häuser von Munzig und hier teilen sich Wanderweg und Geopfad, der eine führt auf bequemer Straße eben weiter, der andere steigt auf unbefestigtem Weg nach oben. Keine Frage, wir steigen nach oben und der Weg wird immer schmaler und steiler, bald ist er nur mehr zu erahnen und Della fühlt sich wieder wohl beim Wandern. Dann geht es durch einen schmalen Hohlweg bergab zum Wanderweg und nach wenigen Schritten sind wir an der Durchfahrtsstraße und an einer Bushaltestelle.

Ein Blick auf die Uhr zeigt, die nächste Haltestelle würden wir nur auf der Straße erreichen und nicht über den stark ansteigenden und einen weiten Bogen machenden Wanderweg. So entschließen wir uns 25 min auf den Bus zu warten. Leider gibt es trotz Wartehäuschen keine Sitzgelegenheit.

Der Bus bringt uns zum Markt und nun müssen wir noch am Schloss vorbei hinunter zu unserem Auto gehen, das auf einem kleinen Parkplatz neben der Mulde steht.

Roßwein – Nossen (2)

Das Kloster wurde 1162 von Markgraf Otto, dem Reichen gegründet und von den Ziesterziensern aufgebaut und diente auch als Grablege der Wettiner. Altzella entwickelte sich zu einem der wichtigsten Klöster Mitteldeutschlands, hier lebten bis zu 250 Mönche und beherbergte eine bedeutende wissenschaftliche Bibliothek. Nach der Reformation wurde das Kloster 1540 aufgelöst und von sächsischen Landesherren in Besitz genommen. Teile der Klosteranlage wurden abgerissen, um Baumaterial für die Nossener Stadtkirche und das Schloss zu erhalten. 1804 wurde das Mausoleum im klassizistischen Stil vollendet, nachdem die vorherige Gragkapelle unvollendet blieb.

Wie besuchen den interessanten Klosterpark mit seinen Ruinen und dem Mausoleum, naja, den Klostergarten haben wir – ich meine glücklicherweise – übersehen, dann essen wir noch einen Kuchen im hübschen Gartencafe der Anlage. Auf dem Radweg, der aber überwiegend auf der Straße verläuft, erreichen wir das bereits 1185 erstmals urkundlich erwähnte Nossen, um dort festzustellen, dass es auch einen Fußweg gegeben hätte. Am Bahnhof vorbei steigen wir in Nossen hoch und schauen uns die Kirche und das Schloss von außen an.  

Das Renaissanceschloss Nossen liegt hoch auf einen Felsvorsprung über der Freiberger Mulde und hat eine fast 850 jährige Geschichte. Es wurde als Ritterburg, Bischofs- und Abtsitz sowie als kurfürstliches Jagd- und Amtsschloss genutzt. Man  findet Spuren aus dem Mittelalter ebenso wie aus der kurfürstlichen Zeit, z.B. mit den Bemalungen der Wand- und Deckenbereiche aus der Renaissance. Heute kann man das Schloss mit den historischen Räumen, dem Gewölbe und dem Verlies im Rahmen eines Museumsbesuchs anschauen. Teile der Anlage dienen heute auch privaten Wohnzwecken.

Dann machen wir noch einige Bilder vom Marktplatz, da hier aber der Verkehr durchrollt und es keine angenehme Möglichkeit zum Sitzen oder Einkehren gibt, entscheidet sich Ingrid, mit ins Tal zum Bahnhof zu gehen und auch mit dem Zug nach Roßwein zu fahren.