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Suchtag

Am Morgen ist das Wetter regnerisch und lädt nicht unbedingt zum Wandern ein. Der richtige Tag, um einige notwendige Einkäufe zu tätigen und eine neue Wohnung zu suchen. Doch so ganz von Erfolg war der Tag in Cottbus nicht gekrönt. Gut wir haben einige neue Wanderkarten gekauft und im Verkehrsbüro verschiedene Prospekte mit Ferienwohnungen gefunden, aber der Besuch bei Jack Wolfskin wegen einer Jacke für Ingrid hat zwar den Verkäufer fast zur Verzweiflung gebracht, aber Ingrid keine Jacke. Fotogeschäft und damit eine neue Kameratasche Fehlanzeige, genauso ein neuer kleiner Rucksack für Ingrid und den ADAC-Stadtatlas haben wir auch noch nicht.

Das Stöbern in den Vermietungsangeboten hat auch keinen Aha-Effekt bei Ingrid ausgelöst. Auf der Rückfahrt machen wir in Döbern Halt, damit Ingrid mit dem Smartphone surfen kann, doch eigentlich schließt sie nur mehrere Wohnungen als völlig ungeeignet aus.

Am Abend fahren wir nochmals nach Döbern, denn vorher bekommen wir kein stabiles Netz. Ich habe das Notebook dabei, doch zunächst muss ich viele Sicherungsdateien herunterladen, ehe ich kurz meine Mails checken kann. Als ich Ingrid das Notebook überlasse, bricht wieder der Netzanschluss zusammen, und als es wieder weitergehen könnte, ist der Akku leer. Das Smartphone funktioniert noch, aber eine neue Unterkunft finden wir nicht. Auf der Rückfahrt fällt Ingrid ein, doch noch bei einem Vermieter anrufen. Da es kein Netz gibt, drehen wir um und fahren wieder Richtung Döbern, bis wir ein stabiles Netz haben, doch der Vermieter meldet sich leider nicht.

Zurück in der Wohnung bezahlen wir und erhalten noch zwei Prospekte für Unterkünfte im Spreewald, aber auch dabei scheint nichts für uns dabei zu sein.

Oberdorf – Niesky (3)

190 lilienZwischen zwei großen Teichen erreichen wir das Dorf und die im Innern wohl interessante Kirche, die aber von außen nicht viel hermacht. Leider reicht die Zeit nicht, irgendwo den Schlüssel zur Besichtigung abzuholen, denn wenn wir den Zug um 17.18 Uhr nicht erreichen, klappt es nicht mehr mit dem letzten Bus nach Oberdorf und ein Taxi würde teuer werden. Unterwegs haben wir mit dem Smartphone versucht, ins Internet zu kommen, aber wir konnten keine Verbindung herstellen, irgendwie muss ein offline Modus eingestellt sein, obwohl das angeblich gar nicht möglich sein soll. Bisher hat das Gerät seinen Zweck keinesfalls erfüllt.

Ewig gehen wir durch das angrenzende Jänkendorf und haben die Schwierigkeit wieder einen ausgeschilderten Wanderweg abseits der Bundesstraße zu finden, aber ohne genau zu wissen, wie, schaffen wir es tatsächlich. Dann müssen wir die viel befahrene Bundesstraße 115 überqueren, was durch die gut 200 m entfernte Ampelanlage erleichtert wird. Wir gehen zunächst auf einer Nebenstraße nach Niesky hinein. Am Friedhof können wir in einem parkartigen Wäldchen weitergehen und erreichen bald den Bahnhof, wo wir noch gut eine Viertelstunde auf den Zug warten müssen. Das ist wenig im Vergleich zu der knappen Stunde, die wir in Görlitz auf den Bus warten müssen, aber so hat Ingrid Zeit nach den nächsten Wanderkarten zu suchen und wir können in einem Bioladen im Bahnhof etwas stöbern und einkaufen.

Als dann der Kleinbus kommt, müssen wir den Buggy zusammenlegen, denn der Kofferraum ist zu klein. Ich nehme Della während der Fahrt auf den Schoß und bin heilfroh, als wir endlich aussteigen können. Ingrid wartet an der Straße, während ich zum Parkplatz hochsteige und das Auto hole. In Niesky kaufen wir noch im Supermarkt ein, ehe wir zur Wohnung zurückkehren.

Görlitzer Kliniken – Königshain (3)

Wir sind froh, als wir in den kühlen Königshainer Forst eintauchen können, machen kurz Pause und wollen mit unserem Smartphone prüfen, ob es die Rufbusverbindung um 18.30 Uhr auch am Sonntag gibt. Doch obwohl wir das Gerät die ganze Zeit ausgeschaltet hatten – gut zum Test hatten wir nach dem Aufladen etwas gesurft, aber auch nicht lange –, war der Akku komplett entladen. Mit meinem Handy haben wir dann den Rufbus nach Oberdorf bestellt.

Jetzt geht es leicht zickzack durch das Landschaftsschutzgebiet der Königshainer Berge, ein ausgedehntes, überwiegend bewaldetes Granitgebiet. Es sind nur noch wenige der ehemals mehr als 100 frei stehenden und über 20 m hohen Granitfelsen vorhanden, die anderen wurden während der gut 200-jährigen Steinbruchtätigkeit abgetragen. Der Königshainer Granit wurde u. a. zum Bau des Reichstagsgebäudes in Berlin verwendet.

186 totensteinDann geht es auf einem Naturweg steil aufwärts, wobei die Wanderbeschilderung mitunter etwas schwer zu durchschauen ist. Bald erreichen wir den Abzweig zum Totenfelsen, eine interessante 10 m hohe Felsformation, die an die Sächsische Schweiz oder das Zittauer Gebirge erinnert, und schon 1844 unter Naturschutz gestellt wurde. Der Fels diente in der Frühgeschichte als Kultplatz. Über Leitertreppen erreichen wir den Gipfel, der allerdings wegen der hohen Bäume keinen Ausblick bietet.

Zurück auf dem Wanderweg fällt dieser bis zur Straße auf den Hochstein. Eigentlich will Ingrid noch einen Lehrpfad durch die ehemaligen Steinbrüche erwandern, aber da wir nicht wissen, wie lange wir dafür brauchen, gehen wir lieber abwärts. Wir machen mit Blick ins Tal noch einige Minuten Pause und erreichen kurz vor der geplanten Abfahrt die Bushaltestelle, wo ein Taxikleinbus auf uns und weitere Passagiere wartet. Wir können im Gepäckraum den Buggy mit Della verstauen und müssen ihn nicht zusammenlegen.

Bald erreichen wir das Klinikum und sind damit nur 50 m von unserem PT entfernt. Wir fahren zurück in unsere kalte Wohnung, die von der Hitze der letzten Tage nicht profitiert hat. Nach dem Abendessen versucht Ingrid, die Fahrpläne für morgen zu eruieren, allerdings ist das mobile Internet hier sehr, sehr langsam und es ist mehr als ätzend, zu surfen.