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Rundwanderung Straupitz – Neu Zauche (3)

Da ruft mich Ingrid an und fragt, wo ich bin und schlägt vor, zum Schloss zurückzukommen, wo ich ein Storchennest mit Jungen übersehen hatte. Das gibt mir Gelegenheit den Tagestitel näher zu erläutern.

Als wir uns am Morgen mit unserer Vermieterin unterhalten, fliegt ein Storch in geringer Höhe vorbei. Auf dem Weg nach Biebersfeld fliegt ein Storch mit Baumaterial im Schnabel vor uns über die Straße. Nach Biebersfeld sehen wir zwei ganz nahe der Straße auf der Nahrungssuche.

Nach Straupitz fliegen zwei Störche an uns vorbei und vor Neu Zauche sind zwei Störche in einem nicht mehr bewirtschafteten Feld nur wenige Schritte von uns entfernt auf der Suche nach Verspeisbarem. Vor Straupitz landet ein Storch auf einer Wiese, und auf dem Schloss ist ein bewohntes Nest, in dem ich neben dem Altstorch auch einen jungen entdecke und gegenüber dem Schloss auf einem kleinen Hausturm ein weiteres Nest mit einem Altstorch und wahrscheinlich zwei Jungen.

Nach dem Betrachten der beiden Storchennester kom-men wir wieder zum Kornspeicher. Die rechte Seite des 1798 erbauten Gebäudes mit massiven Mauern                         diente als Eiskeller, das restliche Gebäude als Speicher für Lein, Buchweizen und Hirse.

Nachdem das Gebäude ab 1992 nicht mehr als Speicher genutzt wurde, begann 12 Jahre später die Sanierung. Der Bau beherbergt heute ein Museum, eine Töpferwerkstatt und ein kleines Café.

Im gemütlichen Cafégarten des Kornspeichers essen wir nochmals Kuchen und trinken dazu Tee und Getreidekaffee. Als wir das Geschirr zurückbringen, bietet uns eine Mitarbeiterin an, uns in der Töpferei umzusehen. Oben angekommen bemerkt Ingrid, dass ihr Fotoapparat und ihr Cityrucksack unbeaufsichtigt im Gartencafé liegen, also gehe ich hinunter und lasse Ingrid sich allein umschauen.

An der nahegelegenen der Schinkelkirche können wir zwischen Holzgittern einen Blick ins interessante Innere werden und hoffen, dass wir an einer der Führungen teilnehmen können, auch wenn die Zeiten nicht ganz günstig sind.

Da wir sofort zurückfahren, sind wir früh in der Ferienwohnung und Ingrid genießt noch auf dem Treppenpodest vor unserer Wohnung die Abendstimmung und ihren Anteil an den Erdbeeren, die die Vermieterin uns vorbeibringt.Storch in Straupitz

Dissen – Burg (Dorf) 2

Da diese Arbeiten immer umfangreicher werden, wechseln wir die Spreeseite und gehen auf dem asphaltierten Radweg weiter zur nächsten Brücke. Glücklicherweise ist in dieser Zeit gerade eine gewisse Pause im Strom der vielen Radfahrer eingetreten, sodass wir bequem wandern können.

Da es scheint, als sei der Bereich der Deichbaustellen beendet, wechseln wir wieder die Seiten und gehen auf einem schmalen Deichpfad weiter, machen Pause und sehen auf dem gegenüberliegenden Radweg jetzt wieder viele Radfahrer.

Startender StorchEinige Male sehen wir Störche bei der Futtersuche. Doch unsere Hoffnung bezüglich der Baustellen hat getrogen, denn  jetzt wird auch an dem Deich, auf dem wir gerade wandern, gebaut. Das letzte Stück muss ich den Deich verlassen, denn der erneuerte Bereich ist oben noch ganz weich und der Buggy versinkt tief im Sand.

An der Stelle, an der sich die Hauptspree und der Nordumfluter teilen, beginnt es, leicht zu regnen. Wir verlassen die Deiche und wenden uns landeinwärts, auch hier fehlt die eigentliche erwartete Markierung, vielleicht wurde der Wanderweg wegen der Deichbauarbeiten verlegt. Da wir zunächst unter Bäumen wandern, spielt der bald wieder aufhörende Regen keine Rolle. Wenig später sehen wir wieder eine Markierung und doch gehen wir scheinbar in die Irre, um am Ende genau bei der Kirche und der von mir gewünschten Bushaltestelle anzukommen, während Ingrid damit hadert, dass wir nicht an einer anderen Stelle in Burg angekommen sind.

Die Wartezeit auf den Bus wird durch die Beobachtung eines sich putzenden Storchs auf seinem Nest deutlich verkürzt. Obwohl es jetzt nicht mehr heiß ist, hat der Busfahrer seine Klimaanlage auf volle Stärke gestellt. Es ist lausig kalt im Bus, die Fahrt dauert durch die vielen Umwege mehr als eine halbe Stunde, die wir bibbernd verbringen. In Dissen steigen wir bei der Kirche aus, auf dem Weg zum Auto sehen wir nur das eine Storchennest von heute Morgen. Alles in allem haben wir genau zwei Nester gesehen.

In Burg suchen wir erfolglos die Touristinformation, fahren dann zurück in die Wohnung. Vorher holen wir noch Geld, denn heute Morgen lag die Rechnung auf dem Terrassentisch und wir mussten uns erst telefonisch vergewissern, dass wir bis Freitag bleiben können. Die Fahrt nutzt Ingrid zu verschiedenen Anfragen wegen der nächsten Ferienwohnung, doch alle werden negativ beantwortet. Im Laufe des Abends melden sich auch drei Vermieter, bei denen ich am Morgen per email angefragt hatte, zwei waren völlig indiskutabel, aber Ingrid hat auch die 3. Wohnung, die m. E. durchaus in Betracht gekommen wäre, abgelehnt. Wenn wir bis morgen Abend um 18 Uhr in keiner neuen Ferienwohnung sind, fahren wir heim, das ist meine feste Absicht, die ich auch Ingrid unmissverständlich mitteile.

In der Wohnung bringt uns der Vermieter nach 2 Gurken an den Vortagen noch ein Schälchen frisch gepflückter Kirschen vorbei, die besonders lecker schmecken.

Frickenfelden – Gnotzheim

 

Wir wandern zunächst im Wald, queren dann den Altmühl-Umleiter und errechen entlang der Zufahrtsstraße die Innenstadt von Gunzenhausen. Wir erleben am historischen Markplatz ein Figuren-Glockenspiel, essen in einem Vollwert-Straßencafé eine interessant klingende Pizza, allerdings ist es mehr ein trockenes Pizzabrot mit vereinzelter Abdeckung, eine kleine Enttäuschung, denn eigentlich hatte ich auf eine Anregung gehofft, die ich in meinem nächsten Kochbuch hätte verwenden können.

Gunzenhausen diente als Römerkastell der Sicherung des Altmühlüberganges. Nachdem 263 nach Christi die Römer bis über die Donau zurückgeschlagen waren, bildeten sich unter den da und dort zurückgebliebenen Bewohnern kleine christliche Gemeinden, zu denen wohl auch Alemannen zählten. In einer Urkunde von 823 wird erstmals der Name Gunzenhausen erwähnt. Dort, wo sich einst das römische Numeruskastell und das spätere Kloster befanden, steht heute die spätgotische Stadtkirche St. Maria. Sie hat in den drei unteren Geschossen des Turms noch Reste der Mauern des romanischen Steinbaus, der Ende des 12. Jahrhunderts vom Eichstätter Bischof geweiht wurde. Im 14. Jahrhundert wurde das Langschiff neu und größer gebaut, ein Jahrhundert später wurde der gotische Chor fertig gestellt.

Auf dem Kirchendach entdecken wir einen Storch und etwas entfernt sein Nest, hier im Süden für uns immer noch etwas Besonderes, während man in Brandenburg oder Meckpomm diese Vögel viel häufiger findet. Von der Stadtkirche haben wir einen schönen Blick zum Färberturm. Der stattliche Rundturm aus dem 14. Jahrhundert wurde ursprünglich nach seinen Verwendungen auch Pulverturm, und Diebsturm genannt. Sein jetziger Name stammt von einer Färberei, die am Fuß des Turmes betrieben wurde.

Kurz entlang der Stadtmauer, dann überqueren wir die Altmühl und finden unseren Weg zwischen Feldern in Richtung Gnotzheim. Durch die vielen Windungen zieht sich der Weg doch länger hin als vermutet und so wird die Zeit knapp, um den günstigsten Bus noch zu erreichen. Da Della, unserer Cairn-Terrier-Hündin und treue Begleiterin unserer Wanderungen, der Weg nicht gefällt, trödelt sie mal wieder. Es sieht dann immer so aus, als sei sie erschöpft und müde, aber auf einem Naturpfad würde sie wieder vorne laufen. Ich nehme sie auf den Arm, um schneller voranzukommen und wir erreichen auf die Minute pünktlich die Haltestelle, während der Bus etwas später kommt. Wir fahren nach Gunzenhausen, steigen fast am Ortsrand aus und überqueren einen Höhenzug mit vielen Buschwindröschen und einigen konservierten oder restaurierten Hinterlassenschaften der Römer und erreichen unser abgestelltes Auto.