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Stadtbesichtigung Meißen (2)

Über den Markt mit dem imposanten, spätgotischen Rathaus aus dem 15. Jahrhundert erbaut, dessen Außensanierung Anfang dieses Jahrtausends beendet wurde und Theaterplatz steigen wir zum die Stadt und die Elbe überragenden Felssporn, dem Burg- oder Domberg empor, beide Bezeichnungen stehen wohl fast gleichberechtigt nebeneinander. Neben der Albrechtsburg, dem Dom und der Bischofsburg, heute Amtsgericht, finden sich noch eine Vielzahl von Gebäude auf der Hochfläche, die über verschiedene Treppenanlagen erreicht werden kann. Wir umrunden die Bischofsburg und teilweise die Albrechtsburg, und kommen dann über wenige Stufen in den weitläufigen Innenbereich der Anlage.

Die Albrechtsburg gilt zum einen als die Wiege Sachsen, denn bereits 929 wurde die erste Wehranlage auf dem Felssporn errichtet und damit wurde Meißen zum Mittelpunkt der gleichnamigen Grenzmark.

Zum anderen ist sie die erste Burganlage in Deutschland, bei der nicht der Wehrcharakter sondern das repräsentative Wohnen im Vordergrund steht. Der eigentliche Schlossbau wurde von den Wettiner Brüdern Ernst und Albrecht, die das Herzogtum Sachsen gemeinsam regierten beauftragt und von 1471 bis 1524 umgesetzt. Der Baumeister, Arnold von Westfalen setzte mit dem Schloss europäische Maßstäbe, vor allen in Bezug von Gewölbebau, Fenstergestaltung und der Treppenanlage.

Unter August dem Starken wurde das Schloss als Porzellanmanufaktur zweckentfremdet und es gab wohl selten eine – sagen wir es modern – eine Fabrik in solch edler Umgebung und dies für über 150 Jahre, bis die Porzellanmanufaktur Meißen in neue Fabrikgebäude im Triebischtal umsiedelten. Danach begann die Rekonstruktion des Schlosses, das heute besichtigt werden kann und viel über das Meißner Porzellan zu erzählen weiss.

Um 1260 begann der eigentliche Bau des Doms, schon wenige Jahre später waren der Chor und der Kreuzgang der gotischen Halllenkirche nutzbar und das große Chorfenster wurde geschaffen, auch die Maria-Magdalenen- die achteckige Johanneskapelle und der Kapitelsaal folgten rasch, doch dann trat eine längere Baupause ein, das Langaus wurde erst Anfang des 15. Jahrhunderts vollendet, ehe ein Blitzschlag die Westfront mit den beiden Türmen zum Einsturz brachte vollendet wurde die Westtürme erst vor gut 100 Jahren, während der Ostturm noch aus der Anfangszeit der Kirche stammt. Herausragend im Innern sind die 7 Heiligenfiguren, die einem Naumburger Meister zugeordnet werden.

Durch den Eingangsturm gehen wir zur Kirche St. Afra, die älteste Kirche Meißens heute ausnahmsweise geöffnet ist und kehren dann zum Schlosscafe, hoch über den Dächern der Altstadt, zurück. Nach einer kurzen Rast geht es über Treppen wieder in die Altstadt hinunter, wobei wir wieder feststellen, dass es hier krasse Gegensätze gibt, zwischen schön sanierten Gebäuden und Gebäude mit dringendem Sanierungsbedarf Bald erreichen wir die nächste Bushaltestelle und müssen nur wenige min warten und sind daher rechtzeitig wieder in der Wohnung, wo Della noch schläft.

Munzig – Meißen (2)

Dann stimmen wieder einmal Karte und Natur nicht überein, aber durch einen Grasweg, wo man den Weg kaum mehr erahnen kann, kommen wir wieder ins Tal. Jetzt gibt es keine sinnvolle Möglichkeit weiterzukommen, als auf der Straße. Da weniger Verkehr ist als gestern und die Autos und Motorräder nicht so schnell unterwegs sind, ist es zwar nicht besonders angenehm, aber zumindest nicht besonders gefährlich.

Doch bei der nächsten Gelegenheit entscheidet Ingrid die Straße zu verlassen und auf einem fast zugewachsenen Weg geht es steil nach oben. Wir sind froh, dass knapp unter der Hochfläche eine Bank zur Rast einlädt. Kurz geht es auf der Hochfläche weiter und dann steil bergab. Unten können wir fast eben parallel zur Straße weitergehen, doch das ist leider schnell vorbei. In Garsebach müssen wir innerhalb des Orts auf der Straße weitergehen. Leider können wir in der Barthmühle nicht einkehren, denn dort feiern zwei Gruppen zwei Hochzeiten

Weiter geht es auf der Straße, als wir den steilen Anstieg zu den Pechsteinklippen sehen, entscheiden wir uns im Tal und auf der Straße zu bleiben, zumal keine Karte eine positive Aussage trifft, dass wir auf der Höhe weiterwandern können.

Die Pechsteinklippen bestehen aus Pechstein und Felsit und mit dreieinhalb Kilometerlänge gilt die Gegend als das größte Pechsteinvorkommen auf der Welt, wobei aber nur wenig sichtbar ist und früher fand das in einem Steinbruch abgebaute vulkanische Glas als Rohstoff bei der Flaschenglasherstellung Verwendung.

Bei der nächsten Gelegenheit verlassen wir die Straße wieder und es steigt fast genauso steil wie vorher gesehen, an und leider ist der in der Karte eingezeichnete Querweg nicht vorhanden und so entscheiden wir uns, die lange Steigung wieder zurückzugehen.

Jetzt innerhalb der ersten Häuser von Meissen ist der Weg entlang der Straße nicht so problematisch, trotzdem suchen wir einen Weg abseits der Straße und eine hilfsbereite Passantin erklärt uns, wo wir das Flüsschen überqueren und auf schmalem Weg bis in die Innenstadt kommen können. Anfangs ist auch alles so wie beschrieben und wir machen am Flussufer eine 2. Pause.

Wir gehen an Schrebergärten vorbei, ignorieren eine Brücke und müssen wenig später wieder zurückgehen, denn der schmale schöne Weg ist zu Ende, so ganz hat also die Aussage der Passantin nicht gepasst. Auf der anderen Flussseite geht es weiter, doch bei der nächsten Brücke wechseln wir wieder die Seite, unterqueren die Bahn und gehen stadteinwärts weiter. An der S-Bahn-Station gehen wir zur nächsten Bushaltestation und müssen doch etwas lange auf den Bus warten, der uns zurück zum Auto bringt.

Munzig – Meißen (1)

Der heutige Tag ist geprägt von meist steilen Aufstiegen und entsprechenden Abstiegen, dazwischen viel Straße und Fehler bei der Wegwahl. Doch beginnen wir am Anfang. Wir stellen unser Auto an der Abzweigung Munzig ab und sofort geht es einen Grasweg steil bergauf, das ist gar nicht so leicht, auch wenn Della das steilste Stück selbst läuft. Dann geht es überwiegend eben knapp unter der Hangkante weiter.

Bei einer Schutzhütte teilt sich der Weg und kein Wegzeichen. Wenn man aber davon ausgeht, dass die Infotafel so angebracht ist, dass sie jeder Wanderer sehen und lesen kann, dann müsste der Weg eben weiter gehen. Doch leider ist diese Vermutung falsch und so haben wir den ersten Umweg gemacht.

Es geht nicht zu steil wieder ins Tal. Dort angekommen, sieht Ingrid eine Orientierungstafel und wir machen einen kleinen Bogen abseits des eigentlichen Wegs. Weiter geht es auf einer kaum befahrenen Straße und später wird es wieder unbefestigt.

Kirche Miltitz

Wir überqueren das Flüsschen und steigen langsam aber sehr stetig nach Miltitz an, bewundern in der im 18. Jahrhundert erbauten Kirche den Kanzelaltar mit Orgel, eine nicht gerade häufige Kombination, obwohl wir auf dem Jakobusweg eine entsprechende Kirche besucht haben.

Direkt daneben der Edelkastanienhain aus dem 17. Jahrhundert, allerdings schreibt die Legende nach der bekannte Meißner Bischof Benno zu, den Hain bereits im 11. Jahrhundert angelegt zu haben, er gilt aus einer der gößten Vorkommen von Esskastanien nördlich der Alpen.

Nossen-Munzig (2)

Nach dem Industriegebiet müssen wir 50 m auf einer feuchten Wiese neben der Bundesstraße gehen, als wir auf den Feldweg nach Deutschenbora einbiegen, steht ein Hinweisschild, dies sei ein Betriebsgelände und das Begehen oder Befahren sei nicht gestattet. Da es keine Alternative für uns gibt, gehen wir weiter und es ist nichts zu sehen, warum hier ein solches Verbot für Fußgänger Sinn machen würde.

Dann stehen wir vor einer geschlossenen Schranke am Bahngleis und geben dem irgendwo entfernt sitzenden Schrankenwärter Signal zum Öffnen, doch der teilt uns über Lautsprecher mit, es sei ein Zug im Kommen und als dieser vorbei ist, öffnen sich die Schranken. Jetzt sind wir in Deutschenbora, die neu angestrichene, gelbe Barockkirche aus dem 17. Jahrhundert bietet mit dem blauen Himmel und den weißen Wolken ein schönes Bild. An einem kleinen Teich machen wir Rast, ehe es auf einer kaum befahrenen Straße weitergeht. Als diese einen weiten Bogen macht, sieht Ingrid einen Pfad mit kleiner Brücke als Abkürzung, der Weg ist steil und kaum mehr vorhanden, dafür ist der Boden feucht und matschig. Doch wir treffen wieder auf die Straße und sind dann bald am alten Schloss von Rothschönberg, das dringend einer umfassenden Sanierung bedürfte.

Wir sind jetzt am Beginn des 2006 eingerichteten Geopfads, der mit 12 Schautafeln durch das Triebischtal führt. Doch leider ist die Wanderbeschilderung anfangs mehr als dürftig, trotzdem bleiben wir auf dem richtigen Weg. Wir kommen dann an verschiedenen Tafeln und Hauptmundlöcher alter Bergwerksstollen vorbei. Dabei handelt es sich um Öffnungen, aus denen das Wasser aus tiefergelegten Stollen aus den Bergwerken abgeleitet wurde.

Als es steil bergauf geht, darf Della zum zweiten Mal heute wandern, und als es wieder bergab geht, ist sie in ihrem Element, ein schmaler Naturpfad ist genau das Richtige für sie, aber der oft sehr schräge Weg stellt an mich als Buggylenker doch hohe Anstrengungen. Bald erreichen wir die ersten Häuser von Munzig und hier teilen sich Wanderweg und Geopfad, der eine führt auf bequemer Straße eben weiter, der andere steigt auf unbefestigtem Weg nach oben. Keine Frage, wir steigen nach oben und der Weg wird immer schmaler und steiler, bald ist er nur mehr zu erahnen und Della fühlt sich wieder wohl beim Wandern. Dann geht es durch einen schmalen Hohlweg bergab zum Wanderweg und nach wenigen Schritten sind wir an der Durchfahrtsstraße und an einer Bushaltestelle.

Ein Blick auf die Uhr zeigt, die nächste Haltestelle würden wir nur auf der Straße erreichen und nicht über den stark ansteigenden und einen weiten Bogen machenden Wanderweg. So entschließen wir uns 25 min auf den Bus zu warten. Leider gibt es trotz Wartehäuschen keine Sitzgelegenheit.

Der Bus bringt uns zum Markt und nun müssen wir noch am Schloss vorbei hinunter zu unserem Auto gehen, das auf einem kleinen Parkplatz neben der Mulde steht.