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14.8. Großholzleute – Rimpach (1)

Ein unmöglicher Busfahrer

Es hätte so ein toller Wandertag werden können und beinahe wäre es Nichts damit gewesen. Doch der Reihe nach, da der letzte Bus schon um halb sechs in Rimpach abfährt, entscheiden wir uns am Morgen den ersten Bus von Rimpach nach Isny zu nehmen und dort in den Bus nach Großholzleute umzusteigen. Wir fahren also schon kurz vor 8 Uhr zuhause los und ich fahre etwas schneller wie sonst, um evtl. Unwägbarkeiten wie Stau oder lange Baustellen nicht ins Gewicht fallen zu lassen und so sind wir eine gute Viertelstunde früher in Rimpach. Da der Bus einige min Verspätung hat, fragen wir uns, ob wir den Bus in Isny noch erreichen. Dann kommen wir zur Abfahrtszeit des nächsten Busses an, der aber noch nicht in Sicht ist. Er trudelt mit mehr al 10 min Verspätung ein. Während ich den Buggy in den Bus hebe, kauft Ingrid die Fahrkarten nach Großholzleute und der Fahrer gibt keinen Hinweis, dass er nicht die Absicht hat, diesen Ort anzufahren.

Als er sich auf einer Umleitungsstrecke immer weiter von unserem Ziel entfernt, spricht Ingrid den Fahrer an und der meint, er sei von der Umleitung überrascht worden und meint wir könnten ja mit dem Gegenbus nach Großholzleute zurückfahren. Als wir nur 5 km von Großholzleute entfernt auf die reguläre Strecke einbiegen, weigert sich der Fahrer unser Ziel anzufahren, denn er sei sowieso spät dran.

Er weist nochmals daraufhin, dass wir in Buchenberg umsteigen könnten, doch in Weitnau habe ich genug, zumindest zeigt die Tafel als nächste Haltestelle Weitnau an, aber da war der Fahrer zu schnell, denn gehalten hat er an der früheren Haltestelle. Ingrid ist sauer, weil wir nun in der Pampa stehen und ich versuche auf der Karte einen Wanderung auszutüfteln und wir steigen auch bergan, doch Ingrid findet die Idee nicht so toll. Da fällt mir ein, eigentlich müsste der Gegenbus auch durch Weitnau fahren und so steigen wir wieder in die Dorfmitte ab, nachdem ich ihren Vorschlag des Trampens verworfen hatte.

Tatsächlich gibt es an der Bushaltestelle keinen Hinweis, dass der Bus nicht verkehren würde, aber es gibt die Telefonnummer des Omnibusbetriebs, die ich ohne große Hoffnung anwähle, denn es ist schließlich Sonntag, doch es ist belegt und so versuche ich es in der Wartezeit immer wieder, aber wahrscheinlich hat jemand den Hörer neben das Telefon gelegt.

Der Gegenbus bringt uns dann ohne weitere Kosten bis nach Großholzleute, nur kann die Bushaltestelle nicht direkt angefahren werden, aber das ist nicht unbedingt störend.

Mit genau zwei Stunden Verspätung machen wir uns gegen 12 Uhr auf unsere Wanderung. Sofort geht es auf kiesigem Weg steil bergauf, in der Sonne schiebe ich den Buggy mit Della. Als der Wald beginnt, soll Della laufen, doch der kiesige Weg sagt ihr nicht zu und so trödelt sie noch mehr als sonst. Sobald es etwas flacher wird, darf sie dann wieder fahren, was die Wanderung für mich nicht gerade leicht macht.

Es gibt kein schlechtes Wetter

sondern nur die falsche Kleidung, diesen Spruch hört man von Wanderern immer wieder, aber dem kann ich bei vielfacher Wiederholung nicht zustimmen.

Dies mag vielleicht – aber auch nur vielleicht – zutreffen, wenn man Wandern allein als sportliches Training sieht, aber wenn man Wandern als Erlebnis betrachtet und dies genießen will, dann gibt es durchaus schlechtes Wetter.

Eine Wanderstrecke im Nieselregen, mit dunklen Wolken unterscheidet sich gravierend von einer Wanderung mit blauweißem Himmel und Sonne.

Die Blumen scheinen sich zu verstecken, die Schmetterlinge und andere Tiere machen dies tatsächlich.

Berge verbergen sich oft hinter den Wolken und Burgen und Schlösser wirken fahl und blass und dies merkt man auch den Fotos und Dias an, die während einer solchen Wanderung geschossen werden.

Obwohl eine Nebelwanderung an der rügensche Kreideküste vom Königsstuhl bis nach Saßnitz ihren ganz besonderen Reiz hat, wenn Bäume und Kreidefelsen Eigenleben zu entwickeln scheinen.

Manchmal verhilft das Wetter auch zur Einsamkeit, so haben wir auf dem sonst sehr belebten Strand zwischen Prerow und Zingst bei dunklen Wolken und Wind keine Menschenseele auf unserer Wanderung getroffen, obwohl es bald wieder schön war, eben Aprilwetter im Sommer