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Unser Remstalhöhenweg

Bei unseren Spaziergängen auf dem Rosenstein sind wir erstmals auf den Remstal-Höhenweg aufmerksam geworden. Daran erinnerten wir uns, als wir nach einem neuen Weitwanderweg nach Abschluss des Martinuswegs und des Albtraufgänger- und -guckerwegs suchten. Wir besorgten uns die entsprechenden Unterlagen und stellten dabei fest, dass es sich entgegen unserer Vermutung nicht um einen geschlossenen Rundwanderweg handelt, denn er startet in Fellbach und endet in Neckarrems. Doch wir waren uns sofort darüber klar, dass wir diese Lücke schließen wollen, was wir auch bewerkstelligten.
Da wir bei unserem Start im Spätherbst keine langen Anfahrtswege haben wollten, begannen wir unsere Wanderung rechtsseitig der Rems am Limesparkplatz bei Mögglingen und erreichen über Kloster Lorch und Schorndorf die Mündung der Rems in den Neckar in Neckarrems. Von hier suchen wir uns einen eigenen Weg über Waiblingen bis an den Ortsrand von Fellbach, wo der Remstal-Höhenweg seinen Anfang nimmt. Wie nach Schorndorf wandern wir durch Weinberge und schöne Weindörfer. Schließlich steigen wir von der Höhe hinunter nach Schwäbisch Gmünd und erreichen über Heubach und den Rosenstein und vorbei am Remsursprung mit Essingen den östlichsten Punkt unserer Wanderung. Von hier ist es dann nur noch eine kurze Strecke bis zu unserem Startpunkt bei Mögglingen.
Die Wanderung ist geprägt von einem ständigen Bergauf- und Bergab, das sich bei uns noch verstärkte, da wir wegen der öffentlichen Verkehrsmittel mitunter zusätzlich in Tal absteigen mussten. Insgesamt war unsere Wanderung gut 30 km länger als der ausgeschilderte Remstal-Höhenweg und wir waren von Anfang Oktober 2016 bis Ende September 2017 unterwegs.

Radebeul – Trachau (1)

Treppen

Heute brauchen wir kein Auto, denn wir können ja von unserer Ferienwohnung aus starten, doch schon nach gut 100 kommt eine Straßenbaustelle, die auch für Fußgänger gesperrt ist. Die Absperrung sperrt wirklich, nur auf dem Weg ist nicht zusehen, warum gesperrt ist. So müssen wir einen kleinen Umweg auf dem Fußweg neben einer stark befahrenen Straße machen, ehe wir in das Refugium der sächsischen Weinkönigin von 2007/8 eindringen können. Das barocke Schloss Wackersbarth mit der schönen Parkanlage, den Nebengebäuden und natürlich den Weinbergen ist wirklich ein Genuss, auch wenn man, wie wir keinen Wein trinkt.

Reichsgraf von Wackerbarth, Kabinettsminister August des Starken ließ sich das barocke Schloss mit Belvedere und französischem Garten um 1730 erbauen. Das lichtdurchflutete, achteckige Belvedere mit seinen romantisch bemalten und verzierten Wänden wurde vom Schöpfer des Dresdener Zwingers, Pöppelmann erbaut und kann heute auch für Trauungen genutzt werden. Die gesamte Anlage mit den Weinbergen wird als Erlebnisweingut auch touristisch genutzt.

Der Weinwanderweg führt kurz entlang eines Weinbergs und dann wahrscheinlich 150-200 alten, unebenen und ungleichen Stufen steil bergauf. Wir überlegen, soll Ingrid alleine gehen und ich außenherum gehen, aber wie. Ich denke, ich schaffe das mit dem Buggy. Doch ganz ehrlich, sind sie schon mal so eine Menge Stufen rückwärts hochgegangen, es ist gar nicht so einfach und die unebenen und teilweise zu schmalen Stufen beanspruchen das Gerät auch ziemlich, dabei wird auch eine der Hinterradbremsen in Mitleidenschaft gezogen. Da Ingrid auf den geschilderten Stufen Della nicht tragen kann, darf ich ca. 2/3 der Stufen zweimal hoch und einmal runter gehen.

Aber oben stellen wir fest, dass sich die Anstrengung durch den atemberaubenden Panoramablick vom Jakobsstein, dem Wahrzeichen Radebeuls auf die Weinberge, das Schloss und das Elbtal bis nach Dresden durchaus gelohnt hat, ja im Dunst kann man sogar einige Tafelberge des Elbsandsteingebirges erkennen. Etwas überrascht merken wir, dass wir den Anstieg auch mit weniger Treppen hätten bewältigen können.

Niederau – Radebeul (2)

Zweimal machen wir kurze Abstecher zu vorgeblichen Aussichtspunkten, allerdings sind die Bäume und Büsche in beiden Fällen so hoch gewachsen, dass man nur an einer Stelle das Elbtal ahnen kann. Jetzt geht es einen schmalen, steinigen und mit Wurzeln durchsetzten Pfad zum Spitzgrundteich abwärts und Della rennt so schnell, dass Ingrid Schwierigkeiten hat zu folgen. Nach einer weiteren kurzen Waldstrecke kommen wir in Coswig zu den ersten Häusern und Weinbergen, das wir aber bei einem efeuumrankten Gasthof wieder verlassen und nun sind wir in Radebeul und bald auch in der mittleren Bergstraße, wo unser derzeitiges Feriendomizil ist und ich freue mich schon auf eine kurze Pause, bevor ich das Auto hole. Doch da zweigt der Wanderweg nach links ab und es geht steil den Berg hinauf, dann eben durch einen kurzen Weinlehrpfad, vorbei an einem Weingut geht es steil hinab und schon sind wir an unserer Wohnung.

Schnell brate ich mir einige vorbereitete Pfannkuchen und suche dann den Weg zur nächsten S-Bahn-Station, wo ich frühzeitig ankomme. In Coswig steige ich um und in Niederau habe ich dann noch einen Fußmarsch von 20 min vor mir.

Meißen – Niederau

Wetterbesserung

Der richtige Tag zum Umziehen, denn das kostet doch immer sehr viel Zeit, aber da heute Morgen das Wetter schlecht ist, bewölkt und immer mehr teils starker Regen, macht das nichts aus. Wir fahren über die Autobahn nach Radebeul und dann geht wieder das Gepäckschleppen los. Dass wir, d.h. in erster Linie ich, das Gepäck eine Etage hochtragen müssen, das bin ich ja schon gewohnt, dass es aber außerhalb des Hauses fast 2 etagenhoch geht, das macht die Sache dann doch etwas anstrengend.

Ingrid ist von dem alten Mobiliar und den Räumen angetan, mir wäre eine größere Küche lieber. Nach dem das wichtigste Gepäck in der Wohnung ist, fahren wir nach Meißen und stellen unsere Auto direkt an der Elbe ab, da heute ja nicht mit Hochwasser zu rechnen ist. Das Wetter wird ständig besser, in Nossen bei der Abfahrt gab es erste, sehr kleine Wolkenlücken, jetzt in Meißen strahlt die Sonne vom blauweißen Himmel.

In der Folge wollen wir auf dem sächsischen Weinwanderweg vorankommen, dieser verläuft von Diesbar über Meißen, Radebeul, Dresden nach Pillnitz und umfasst knapp 80 km. Doch nach Meißen verläuft dieser zunächst auf dem vielbefahrenen Elberadweg flussaufwärts- später kurz entlang der Straße, dann wenden wir uns den Weinbergen zu, kommen an einer historischen Weingaststätte vorbei und wenig später an einer Holzweinpresse. Jetzt geht es steil auf steinigem Weg zum Spaargebirge, dem kleinsten sächsichen Gebirge mit einer Länge von 3 km und einer Breite von gut 200.  bergauf und von dem Aussichtspunkt Juchhöh (192 über N:N) präsentiert sich die Elbe und Meißen mit Burg und Dom.

Eigentlich wollen wir an dem windigen Platz rasten, aber als eine Gruppe junger Männer mit Bierkästen auftauchen, gehen wir lieber weiter und nach einem steilen Abstieg, geht es an sachter bergauf, immer wieder sehen wir an der Bergkante Weinberge, die aber im Gegensatz zu den meisten anderen Weinbaugebieten sehr kleinmaschig sind. Wir erreichen die Boselspitze (182 über NN und gut 80 m über der Elbe, von der wir trotz des diesigen Wetters die Türme von Dresden erahnen können, bei guter Sicht kann man bis in die sächsischer Schweiz schauern Steil geht es vorbei am botanischen Garten auf einem Naturpfad ins Elbtal hinab und nach kurzem ebenen Stück, steigt es wieder bergan und wir haben fast einen Kreis vollendet, doch vorher biegen wir nach rechts ab und erreichen ein Dorf mit einigen schönen Häusern und Gärten. Auf unangenehm kiesigen Weg folgt nun eine fast schattenlose Strecke quer durch das Tal und wir erreichen die Straße in Niederau. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass wir auf dem kürzesten Weg zum Bahnhof gehen müssen, trotzdem könnte es knapp werden und da wir an der nächsten Bushaltestelle sehen, dass auf dem Weg zum Bahnhof eine Baustelle ist und wir nicht wissen, ob wir auch einen Umweg gehen müssten, bleiben wir auf Nummer sicher und warten auf den Bus. Allerdings hat der einige Verspätung, sodass es trotzdem gereicht hätte.

Mit einem Blick auf Elbe und Burg und nach einem Einkauf verlassen wir Meißen. In unserer Wohnung macht uns das Internet Probleme, obwohl das Netz sehr stark ist, bricht die Verbindung immer wieder ab, sodass wir kaum ausfindig machen können, wie wir morgen den Weg vom Endpunkt zum Start schaffen können.