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Niederau – Radebeul (2)

Zweimal machen wir kurze Abstecher zu vorgeblichen Aussichtspunkten, allerdings sind die Bäume und Büsche in beiden Fällen so hoch gewachsen, dass man nur an einer Stelle das Elbtal ahnen kann. Jetzt geht es einen schmalen, steinigen und mit Wurzeln durchsetzten Pfad zum Spitzgrundteich abwärts und Della rennt so schnell, dass Ingrid Schwierigkeiten hat zu folgen. Nach einer weiteren kurzen Waldstrecke kommen wir in Coswig zu den ersten Häusern und Weinbergen, das wir aber bei einem efeuumrankten Gasthof wieder verlassen und nun sind wir in Radebeul und bald auch in der mittleren Bergstraße, wo unser derzeitiges Feriendomizil ist und ich freue mich schon auf eine kurze Pause, bevor ich das Auto hole. Doch da zweigt der Wanderweg nach links ab und es geht steil den Berg hinauf, dann eben durch einen kurzen Weinlehrpfad, vorbei an einem Weingut geht es steil hinab und schon sind wir an unserer Wohnung.

Schnell brate ich mir einige vorbereitete Pfannkuchen und suche dann den Weg zur nächsten S-Bahn-Station, wo ich frühzeitig ankomme. In Coswig steige ich um und in Niederau habe ich dann noch einen Fußmarsch von 20 min vor mir.

Niederau – Radebeul (1)

Wie Sie sicher schon gemerkt haben, wechsle ich immer nach einigen Postings aus einer Fernwanderung auf eine andere, die letzten beschrieben unsere Jakobuswanderung an den Bodensee und jetzt sind wir wieder in Sachsen unterwegs.

Windig und überraschend viel Wald

Nach langem Suchen finden wir endlich einen Parkplatz, Ingrid möchte so nah wie möglich am Wanderweg parken und ich nicht zu weit vom Bahnhof, aber da es nur eine belebte Straße ab dem Bahnhof gibt, parken wir dann doch näher am Weinwanderweg. Auf einem schmalen Sträßchen und dann über einen Feldweg erreichen wir das mehr als nur ein wenig sanierungsbedürftige ehemalige Wasserschloss Oberau, das ursprünglich auf einen Wehrturm von 1274 zurückgeht. Nach vielen Um- und Erweiterungsbauten erhielt das Schloss im 19. Jahrhundert seine heutige Gestalt.

Nach einem kurzen Grasweg erreichen wir über die Straße die Grundmühle mit einem alten Wasserrad und zwei hübschen Teichen. Weiter geht es aufwärts, dann über die Straße in den Wald und schließlich erreichen wir den Waldweg, auf dem wir nach Moritzburg gewandert sind, verlassen diesen aber bald auf einem Reitweg nach rechts.

Zu der Markierung des Weinwanderwegs wäre viel zu sagen, aber um es kurz zu machen, sie ist in diesem Bereich miserabel, denn an den entscheidenden Stellen fehlt sie häufig und wenn man darüber nachdenkt, sind wir richtig oder nicht, dann stellt sich meist heraus, wir sind richtig.

So war es auch, als wir zu den ersten Häusern von Weinböhla kommen, doch obwohl der Weg, wie auch später, fast im Zickzack verläuft, kommen wir zum 20 m hohen König-Albert-Turm, der am Wochenende im Sommer geöffnet ist. Hier machen wir Rast. Nach dem wir den Friedensturm mit seiner interessant gestalteten Terrasse hinter uns gelassen haben, kommen wir zu einer hübsch gemachten Information über den Weinwanderweg und vor allem eine geologische Profiltafel des Elbtals. Nach Schloss Lauben verlassen wir den Ort und es geht für längere Zeit im Wald weiter, wo wir besser vor dem unangenehm frischen und böigen Wind sind und auch vor der manchmal stark strahlenden Sonne geschützt sind.

Moritzburg – Radebeul (2)

Auf einem Damm, der zwei Seen trennt, verlassen wir das Areal und fragen uns immer wieder, wie es weitergeht, denn die Beschilderung mit Wanderzeichen ist äußerst unterschiedlich, wenn es wenig Möglichkeiten gibt, sich zu irren, ist die Beschilderung nahezu perfekt, aber an entscheidenden Stellen fehlen die Zeichen dann. An einem sonnigen Plätzchen im Wald rasten wir und werden dabei von 2 größeren Hunden gestört, die aber harmlos sind.

Bald erreichen wir das Beerencafe, bei dem man derzeit Heidelbeeren selbst pflücken kann, was wir natürlich auf einer Wanderung nicht machen können, dafür kauft Ingrid leckeren Heidelbeerkuchen. Glücklicherweise ist das Maisfeld-Labyrinth, auf das hingewiesen wird, nicht zu sehen, sodass Ingrid nicht auf die Idee kommt, dies besuchen zu wollen.

Wir überqueren die Straße nach Moritzburg und bald auch die Schmalspurgleise und umrunden in gehörigem Abstand einen See zur Hälfte, ehe wir auf holprigen Grasweg Friedewald erreichen. Nach einem Schlenker unter einer Autobahnbrücke erreichen wir dann beim Haltepunkt Friedwald den Lößnitzgrund und gehen meist auf schönem Weg nahe der Fahrspur, nur als das Zügle vorbeifährt, sind wir weiter entfernt.

Schließlich treffen wir auf den Weinwanderweg, den Punkt werden wir wohl in 2 Tagen auch wieder erreichen. Jetzt warten wir auf die Schmalspurbahn, um einige Bilder zu machen und gehen dann zum Haltepunkt Weißes Ross. Nach einigem Überlegen entscheiden wir uns das Wagnis einzugehen, auf dem offenen Aussichtswagon die Fahrt zu genießen. Der Fahrtwind hält sich in Grenzen, aber in einem, wenn auch kurzen Teilstück weht uns der Ruß der Lokomotive ins Gesicht und auf die Kleider. In Moritzburg müssen wir alles gut ausschütteln und vor allen Dellas Fell kräftig auskämmen.