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Bhf Kromlau – Schleife

 Dampfzugnostalgie

Unsere Streckenführung ist heute in ganz besonderem Maße dem öffentlichen Nahverkehr und der Dampfzugnostalgie geschuldet. Nach unserem Abstecher nach Bad Muskau setzen wir unsere Wanderung im Rhododendronpark Kromlau fort, dazu fahren wir von Weißwasser aus mit der Waldeisenbahn. Dann haben uns einen Endpunkt gesucht, der es uns ermöglicht, nach Weißwasser zurückzukehren.

Doch zum Ablauf, obwohl wir nur ganz wenig Gepäck in das Zimmer gebracht haben, dauert es nach dem ausgiebigen Frühstück doch seine Zeit, bis alles im Auto verstaut ist. Nachdem wir noch einige Worte mit unseren Gastgebern gewechselt haben, wird klar, die erste Bahn nach Kromlau schaffen wir nicht, denn wir müssen ja noch zuerst unser neues Quartier aufsuchen und dort einiges ausladen. Die neue Ferienwohnung ist sehr schön, doch sehr, sehr abseits gelegen, ganz nahe der polnischen Grenze, so haben wir fast 15 km zum nächsten Supermarkt und wahrscheinlich zu einem internetfähigen Netz.

Auf der Fahrt nach Weißwasser erfährt Ingrid, als das Telefonieren dann wieder funktioniert, dass die Bahnverbindung Schleife – Weißwasser stündlich erfolgt, nur um 19 Uhr fällt die Verbindung aus, was uns zu diesem Zeitpunkt nicht interessiert. Wir stellen unser Auto am DB-Bahnhof Weißwasser ab und gehen zum Bahnhof der Waldeisenbahn. Hier steigen wir mit dem Buggy früh in den entsprechenden Waggon ein, denn viel Platz für Buggys und Fahrräder gibt es nicht. Schön ist die Fahrt durch die Wälder mit den vielen versteckten Teichen.

Herbert in der Waldeisenbahn

Weißwasser – Bad Muskau (1)

Natürlich gibt es auch was Positives über Weißwasser zu sagen. Hier beginnt die Waldeisenbahn nach BWaldeisenbahnad Muskau und Kromlau und die Teiche am Rande der Stadt sind sehr schön.

Nachdem Weißwasser im Jahr 1867 an die Eisenbahnstrecke Berlin-Görlitz angeschlossen wurde, war die Grundlage geschaffen, um die Industrialisierung zu beflügeln. Der neue Besitzer der Standesherrschaft Muskau Hermann Graf von Arnim wollte nicht nur den Park und das Schloss in Muskau erhalten, sondern vorrangig das Gebiet industriell weiterentwickeln. So entstanden u. a. Braunkohlegruben, Sägewerke, Ziegeleien und Papierfabriken, die durch eine Schmalspurbahn mit 600 mm Spurweite miteinander verbunden wurden. Allmählich setzte sich der Name Waldeisenbahn durch.

Begonnen wurde der Betrieb mit einer Pferdebahn, der ein Jahr später, also 1896 die ersten Dampflokomotiven folgten und innerhalb weniger Jahre umfasste das Streckennetz 85 km. Am stärksten frequentiert war die Bahn 1940 mit damals 11 Dampfloks.

Nach dem 2. Weltkrieg kam es zu einem starken Einbruch, viele Betriebe fielen weg, Gleise wurden demontiert und wie auch Loks und anderes Zubehör in die Sowjetunion verbracht. Allerdings wurde die Waldeisenbahn weiter betrieben, ab 1951 unter der Regie der Reichsbahn, nach 1970 verlor sie zunehmend an Bedeutung und 1979 wurde der Betrieb offiziell eingestellt, mit Ausnahme der sogenannten Tonstrecke, mit der eine Ziegelei versorgt wurde, die noch bis 91 betrieben wurde.

Bereits Mitte der 80iger Jahre kümmerten sich Eisenbahnfreunde in Weißwasser um die Bahn, der sie in Muskau ein Denkmal setzen wollten und 1984 gab es auf dem noch vorhandenen Restnetz erste Sonderfahrten mit Personenverkehr.

Wenige Jahre später wurde mit dem Bau des Bahnhofs Teichstraße in Weißwasser begonnen: Nach der Wende erkannte man, dass man aus der Waldeisenbahn erheblich mehr machen konnte, als nur ein technisches Denk-mal. Bereits 1992 konnte die Strecke nach Kromlau in Betrieb genommen werden und drei Jahre später die Strecke nach Bad Muskau.

Steinbach – Skrebersdorf (3)

Auf dem Radweg, anfangs noch nahe der Neiße, gehen wir weiter, kurz vor unserem Ziel führt die Wandermarkierung auf einem Feldweg wieder zur Neiße. Nach einer kurzen Pause auf einer Bank entscheiden wir uns, auf den Umweg zu verzichten, um an unserem Zielort noch einkehren zu können. Während Ingrid in der Gaststätte bleibt, fahre ich mit dem Bus zu unserem Auto, dann hole ich sie und Della ab.

Noch ist allerdings nicht klar, wo wir die Nacht von Samstag auf Sonntag verbringen werden, denn unser Hotel, zu dem noch weitere Ferienhäuser gehören, ist bekanntlich ausgebucht.

Da Ingrid unbedingt anschließend eine Ferienwohnung in Weißwasser beziehen möchte, aber nicht sicher weiß, ab wann diese frei ist, kann sie auch keine zwischenzeitliche Unterkunft suchen, denn sie weiß ja nicht, ob für einen oder zwei Tage. Alles bleibt in der Schwebe und ich hoffe immer noch, dass wir nicht im Auto übernachten müssen.